Vom Himmel gepflückt

Innehaltend
in einer kargen Dämmerung
zwischen ewigen Horizonten
streckt sich die Reisende
aus auf der Erde
den Blick zum Himmel
und erinnert sich an einen Funken
an ein Wissen um das Echte

Der Weg wurde begangen
in Schlangenlinien
Einmal folgten die Schritte
entschlossen dem Funken
dann wieder scheuten sie
ein neues Betreten des Wegs
Zentimeter neben ihm

Dann gab es Kreuzungen
und sie glaubte an ein Müssen
an Vernunft und Realität
und folgte einem ausgetretenen Pfad
ein unechtes Ziel vor sich hertragend

Jetzt pflückt sie sich
vom Himmel eine Weisheit:
Auf einem Weg
der nicht der eigene ist
stemmst du dich vorwärts
und erhältst keine Stärkung
und erreichst gebeugt
die nächste Kreuzung
Dennoch werde versöhnlich
mit den Wegen
auf denen es kein Ankommen
geben konnte

Im felsigen Land
plätschern irgendwo Bäche
glucksen lebhaft
aber das Wasser gefriert vielleicht
noch ehe sie dort ist
und das Glucksen verstummt

Sie setzt sich auf
und lauscht dem Klang von Worten
im Rucksack sind Papier und Bleistift
sie richtet Worte an die Sterne
im Schreiben bemerkt sie
ihr helleres Strahlen

(geschrieben im Jänner/Februar 2014)

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